Stauungsdermatitis: Mit IIK signifikant bessere Abschwellung und Gewebeoxygenierung

15. Jul, 2025

Die Stauungsdermatitis (auch Stauungsekzem genannt) ist eine häufige, chronische Hauterkrankung der unteren Extremitäten, die meist durch eine chronische Veneninsuffizienz (CVI) verursacht wird. Sie äußert sich durch Rötungen, Schuppungen, Juckreiz, Schmerzen, Ödeme und Hyperpigmentierungen bis hin zu Dermatoliposklerosen und venösen Ulzera. Die Erkrankung geht mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität einher.

Die Behandlung zielt in erster Linie auf die Linderung der zugrunde liegenden CVI ab und besteht in der Regel aus Kompressionsbandagen, Hochlagerung und Lebensstiländerungen, ergänzt durch topische Kortikosteroide.

Da es bei diesem Krankheitsbild einen Bedarf an weiteren Behandlungsoptionen gibt, haben Janßen et al. (1) untersucht, inwieweit eine Therapie mit Intermittierender Kompressionstherapie (IIK) zusätzlich zur Standardtherapie dazu beitragen könnte, die Blut- und Mikrozirkulation zu verbessern und Ödeme effektiver zu reduzieren.

Design: Was genau wurde untersucht?

Dies ist laut den Autoren die erste einfach verblindete, monozentrische RCT-Studie zur Anwendung der IIK bei Stauungsdermatitis. An der Studie nahmen insgesamt 17 stationär behandelte Patientinnen (6) und Patienten (11) mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren mit beidseitiger Stauungsdermatitis teil.

Alle 17 Teilnehmenden erhielten an beiden Beinen die Standardbehandlung. Zusätzlich wurde bei allen Teilnehmenden an einem nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Bein eine IIK-Therapie durchgeführt.

Die Studie umfasste fünf Tage. Gemessen wurden die Schwellungsreduktion (primärer Endpunkt), die Gewebeoxygenierung (tcPO2) und die Schmerzwahrnehmung (sekundäre Endpunkte).

Ergebnisse: Mit IIK signifikant bessere Ergebnisse

Schwellungen: Nach 5 Tagen Standardbehandlung mit zusätzlicher IIK-Therapie reduzierte sich der Umfang des Sprunggelenks signifikant (p<0,0001) um -2,125±1,593 cm, die Schwellungen auf der Gegenseite (nur Standardbehandlung ohne IIK) reduzierten sich dagegen kaum (-0,888±2,067 cm, p=0,106).

Auch am Unterschenkel konnte bei den zusätzlich mit IIK behandelten Beinen eine größere Reduktion des Umfangs (-0,931±1,881 cm) erzielt werden. Allerdings war der Unterschied zur anderen Seite nicht statistisch signifikant (p=0,066).

Grafik übernommen aus Sarah Janßen et al.(1), lizenziert unter CC BY.

 

Gewebeoxygenierung: Auch sie verbesserte sich unter IIK signifikant (p=0,012), mit einem durchschnittlichen Anstieg des tcpO2-Wertes um 19,87±27,82 mmHg. In der Kontrollgruppe zeigte sich keine relevante Veränderung (−2,375±29,82 mmHg, p=0,754).

Grafik übernommen aus Sarah Janßen et al.(1), lizenziert unter CC BY.

Schmerzen: Die zusätzliche IIK-Anwendung hatte – ebenso wie die alleinige Standardbehandlung – keinen signifikanten Effekt auf die Schmerzwahrnehmung.

Schlussfolgerungen

  • Die Studie belegt, dass die ergänzende Anwendung von IIK bei Personen mit Stauungsdermatitis zu einer signifikanten Reduktion peripherer Ödeme sowie einer signifikanten Verbesserung der Gewebeoxygenierung führen kann.
  • Dabei unterstützt die IIK insbesondere die Behandlung von Symptomen, die häufig im Rahmen gefäßmedizinischer Grunderkrankungen wie der chronisch venösen Insuffizienz auftreten.
  • Durch die Förderung des venösen Rückflusses wird interstitielle Flüssigkeit abtransportiert, wodurch sich Ödeme reduzieren.
  • Darüber hinaus wird durch den erzeugten Strömungsimpuls die Freisetzung von körpereigenem Stickstoffmonoxid angeregt, was eine arterielle Vasodilatation begünstigt und somit eine verbesserte Mikrozirkulation und Gewebeoxygenierung bewirkt.

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Quellenangabe und Abbildungsrechte

(1) Janßen S, Schmölders J, Jansen TM, Ertas N, Rembe JD, Homey B, Hoff NP. Intermittent Pneumatic Impulse Compression in the Treatment of Stasis Dermatitis-A Monocenter Randomized Controlled Trial. J Clin Med. 2025 May 9;14(10):3321. doi:10.3390/jcm14103321. PMID: 40429319; PMCID: PMC12112110.

Abbildungen: Die Wiederverwendung der Originalabbildungen dieser Studie ist unter der Creative Commons Lizenz CC BY gestattet. Wir bedanken uns bei den Autorinnen und Autoren der Studie und dem Verlag.

Grafiknachweis: Grafik @ Designua / Shutterstock.com